1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland

Neues Halbjahr – neuer Themenschwerpunkt. Im dritten Jahr nun widmet sich die Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz (LpB) jeweils ein halbes Jahr lang einem spezifischen Thema. Neben den zahlreichen anderen parallel behandelten Bereichen unserer vielfältigen Bildungsarbeit wird dabei ein Thema besonders intensiv behandelt, betrachtet und diskutiert. In den Vorjahren stellten die Themengebiete Konsum, 1968, Frauen, Migration, Griechenland und Klimawandel Schwerpunkte dar. Im ersten Halbjahr 2021 nun bieten wir Ihnen ein breites Portfolio an Angeboten zu „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ an.
Im Jahr 321 ist erstmals jüdisches Leben in Deutschland urkundlich dokumentiert, jüdische Gemeinden sind seit der Spätantike wichtiger Bestandteil der europäischen Kultur. Und auch Rheinland-Pfalz kann auf eine reiche jüdische Geschichte zurückblicken, die Bewerbung der SCHUM-Städte Speyer, Worms und Mainz als UNESCO-Weltkulturerbe ist ein markantes Beispiel dafür. Doch es geht nicht nur um Geschichte, es geht auch darum, dass den Bürgerinnen und Bürgern die Gegenwart jüdischen Lebens nahegebracht und damit sichtbar und erlebbar wird. Wir wollen damit im Jubiläumsjahr als LpB dazu beitragen, dass die Bedeutung jüdischer Kultur und Geschichte für Deutschland wachgehalten wird und damit auch die Erinnerung und das Gedenken an die in der NS-Zeit vertriebenen und ermordeten einfachen Menschen von nebenan, in den vielen kleinen Landgemeinden und Städten, die Nachbarn, Berufs- und Vereinskollegen oder Schulfreunde. Vielleicht gelingt es mit unserem Angebot auch die eine oder andere kulturelle, politische oder interreligiöse Debatte innerhalb der Gesellschaft anzustoßen und ein deutliches Zeichen gegen Antisemitismus zu setzen. Wir freuen uns über Ihre Teilnahme und darauf, mit Ihnen ins Gespräch zu kommen!
 

Veranstaltungsüberblick

März

WIRD VERSCHONEN !! Dienstag, 2.3.21, 19:00 Uhr, 56068 Koblenz, Kurt-Esser-Haus, Markenbildchenweg 38, Großer Saal (2. Etage)
Jüdische Familien in Koblenz – Geschäftsleute und Mäzene
Familie Seligmann
Referent: Dr. Ulrich Offerhaus
Veranstalter: Landeszentrale für politische Bildung RLP
Kooperationspartner: Freundschaftskreis Koblenz – Petah Tikva

WIRD VERSCHOBEN!!
Donnerstag, 4.3.21, 8:45 Uhr, 56068 Koblenz, Bahnhofshalle
Regionalhistorische Exkursion nach Trier

Die Tagesexkursion führt zu den wichtigsten jüdischen Orten und Einrichtungen in Trier, u.a. dem Jüdischen Friedhof, der Synagoge und auch dem Karl-Marx-Haus. Mit Führungen und Gesprächen mit
Vertretern vor Ort. Für die Exkursion ist ein Betrag bei der VHS Koblenz zu entrichten.
Veranstalter: Volkshochschule Koblenz Kooperationspartner:
Landeszentrale für politische Bildung RLP

Sonntag, 7.3.21, 14:00 Uhr, Online
Jüdische Häftlinge im KZ Osthofen

Da aufgrund der Corona-Pandemie die Gedenkstätte KZ Osthofen weiterhin geschlossen ist und keine Veranstaltung vor Ort stattfinden kann, bieten wir ab dem 7. März 2021 eine Online-Führung zum Thema "Jüdische Häftlinge im KZ Osthofen" an.

Bei dieser Führung zur Geschichte des Konzentrationslagers Osthofen stehen die jüdischen Häftlinge im Mittelpunkt: Wie wurden sie im KZ Osthofen behandelt, warum waren sie dort inhaftiert und wie sah ihr weiteres Schicksal aus?

Die Führung wird ab dem 07. März 2021 auf der Homepage der Gedenkstätte KZ Osdthofen unter "Digitale Angebote" abrufbar sein und kann so individuell und zu jeder Zeit angesehen werden.
Veranstalter: Landeszentrale für politische Bildung RLP


WIRD VERSCHOBEN!!
Dienstag, 16.3.21, 18:30 Uhr, 55116 Mainz, Landeszentrale für politische Bildung RLP, Am Kronberger Hof 6, Gerty-Spies-Saal (1. OG)
Juden zwischen Israel und Deutschland
ZDF-Dokumentarfilm von Dietmar Schulz mit anschließendem Filmgespräch mit dem Autor

Sie überlebten den Nazi-Terror, aber sie wussten nicht wohin: 220 000 Juden im Westen Deutschlands
– befreit, vertrieben, heimatlos. Sie mussten sich entscheiden: Sollen sie im Land der Täter bleiben
oder besser nach Palästina/Israel auswandern? Die Dokumentation von Dietmar Schulz zeigt mit wenig bekannten Filmaufnahmen die Entstehung der neuen Gemeinden, die mit vielerlei Problemen zu kämpfen hatten. Was nach dem Krieg niemand für möglich gehalten hatte, ist heute Realität: Juden haben wieder eine Heimat in Deutschland.
Veranstalter: Landeszentrale für politische Bildung RLP
Kooperationspartner: Deutsch-Israelische Gesellschaft, Arbeitsgemeinschaft Mainz

Führung und Diskussion mit Christoph Simonis
Freitag, 26.3.21, 16:00 Uhr, Jüdische Kultusgemeinde, Schlachthofstraße 5, 56073 Koblenz
Der jüdische Friedhof und die Synagoge in Koblenz

Eine Kaufurkunde aus dem Jahr 1303 belegt das hohe Alter des jüdischen Friedhofs im Koblenzer Stadtteil Rauental, wo nach der Kriegszerstörung der Synagoge in der Altstadt eine neue Synagoge errichtet wurde. Nach der Führung über den Friedhof und in der Synagoge besteht die Gelegenheit
anschließend am Kabbalat Schabbat teilzunehmen, dem traditionellen Beginn des Schabbat an jedem
Freitagabend.
Veranstalter: Landeszentrale für politische Bildung RLP
Kooperationspartner: Jüdische Kultusgemeinde Koblenz

 

April

Donnerstag, 8.4.21, 19:00 Uhr, 56068 Koblenz, Kurt-Esser-Haus, Markenbildchenweg 38, Großer Saal (2. Etage)
Jüdische Familien in Koblenz – Geschäftsleute und Mäzene
Familie Mayer-Alberti
Referentin: Judith Höhn-Engers
Veranstalter: Landeszentrale für politische Bildung RLP
Kooperationspartner: Freundschaftskreis Koblenz – Petah Tikva

Sonntag, 11.4.21, 11:00 Uhr, 55116 Mainz, Landeszentrale für politische Bildung RLP, Am Kronberger Hof 6, Gerty-Spies-Saal (1. OG)
Koscher durch die Krisen. Wuligers Wochen.
Ausgewählte Kolumnen aus der „Jüdischen Allgemeinen“
Buchpräsentation und Gespräch mit Michael Wuliger und Dr. Nora Pester

Michael Wuliger stellt sein neu erschienenes Buch im Gespräch mit Dr. Nora Pester vor. Michael Wuliger, geboren 1951 in London, wuchs in Wiesbaden auf, studierte in Marburg und lebt in Berlin. Von 1991 bis 2016 war er Kulturchef der „Jüdischen Allgemeinen“. 2009 erschien sein Buch „Der koschere Knigge – trittsicher durch die deutsch-jüdischen Fettnäpfchen“. Dr. Nora Pester ist Verlegerin des Hentrich & Hentrich Verlages Berlin.
Veranstalter: Landeszentrale für politische Bildung RLP

Stadtrundgang mit Luis Caballero
Sonntag, 11.4.21, 15:00 Uhr, 55116 Mainz, Fastnachtsbrunnen, Schillerplatz
Jüdisches Leben in Mainz

Die Geschichte jüdischen Lebens in Mainz reicht bis ins 10. Jahrhundert zurück. Für europäische Juden
hatte Mainz eine herausragende Bedeutung. So wirkten hier bedeutende Gelehrte wie Gershom Ben
Jehudah, die nicht nur die jüdische Kultur in ihrer Region prägten. Ihr Schaffen beeinflusste auch die
Gesellschaft insgesamt und spielt bis heute eine wichtige Rolle. Die Verfolgung und Entrechtung von Juden in Mainz wird ebenso beleuchtet wie die Phasen von Aufbruch, Emanzipation und gesellschaftlicher Teilhabe. Hierbei werden auch die Biographien verschiedener jüdischer Frauen betrachtet.
Veranstalter: Landeszentrale für politische Bildung RLP

Dienstag, 13.4.21, 18:00 Uhr, 55116 Mainz, Landeszentrale für politische Bildung RLP, Am Kronberger Hof 6, Gerty-Spies-Saal (1. OG)
Im Gespräch mit Prof. Dr. Julius H. Schoeps

Julius H. Schoeps ist Historiker und Politikwissenschaftler. Er hat Geschichte, Geistesgeschichte, Politik- und Theaterwissenschaft in Erlangen und Berlin studiert. Von 1974 bis 1991 war er Professor für Politische Wissenschaft und Direktor des Salomon Ludwig Steinheim Instituts für deutsch-jüdische Geschichte an der Universität Duisburg. Von 1991 bis 2007 war er Professor für Neuere Geschichte
(Schwerpunkt deutsch-jüdische Geschichte) an der Universität Potsdam und hatte zahlreiche Gastprofessuren in den USA, Israel, Großbritannien und weiteren europäischen Ländern inne. Von 1993 bis 1997 war er Gründungsdirektor des Jüdischen Museums der Stadt Wien. Seit 1992 ist er Gründungsdirektor des Moses Mendelssohn-Zentrums für europäischjüdische Studien an der Universität Potsdam.
Veranstalter: Landeszentrale für politische Bildung RLP

Freitag, 16.4.21, 16:00 - 19:00 Uhr bis Samstag, 17.4.21, 9:30 - 15:30 Uhr
55116 Mainz, Landeszentrale für politische Bildung RLP, Am Kronberger Hof 6, Gerty-Spies-Saal (1. OG)
Argumentationstraining Antisemitismus 

Die Landeszentrale für politische Bildung Rheinland- Pfalz bietet seit vielen Jahren Argumentationstrainings gegen Stammtischparolen an. Das Training behandelt die Frage, wie Menschen damit umgehen, wenn sie mit menschenfeindlichen, rassistischen oder diskriminierenden Äußerungen oder Meinungen konfrontiert werden. Zum Themenschwerpunkt „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ bietet die Landeszentrale für politische Bildung ein Argumentationstraining
an, das sich speziell mit dem Thema Antisemitismus in unserer Gesellschaft und im sprachlichen Alltag auseinandersetzt.
Trainer*innen: Andrea Barie und Luis Caballero.
Veranstalter: Landeszentrale für politische Bildung RLP

Sonntag, 18.4.21, 25.4.21, 13.6.21, jeweils um 11:00
Am 18.4.21 in 55116 Mainz, Landeszentrale für politische Bildung RLP, Am Kronberger Hof 6
Gerty-Spies-Saal (1. OG)
Sommer 1934 oder wie der Führer mir meine erste Liebe ausspannte

Jakob Felsenthal, ein jüdischer Maler aus England, fährt nach sechzig Jahren in seine alte Pfälzer Heimat. Er verdankt sein Leben nur einem Kindertransport, der ihn vor dem nationalsozialistischen Terror rettete. Mit zwiespältigen Gefühlen kehrt er in das Dorf unbeschwerter Ferienzeiten bei seinen Großeltern zurück. Aber die Welt von einst ist versunken, nichts ist mehr so, wie es war. Bei seinen Streifzügen erinnert er sich an seine erste große Liebe Christine, die Nichte des evangelischen Dorfpfarrers. Die Auswirkungen der Nürnberger Rassengesetze brachten einst die jungen Liebenden in große Gefahr. Mit großer Wärme und Intensität setzt Andreas Berg in seinem Roman „Sommer 1934 oder wie der Führer mir meine erste Liebe ausspannte“ dem Landjudentum ein Denkmal. Er erzählt vom Untergang einer lebendigen Kultur, von einem Verlust der geliebten Heimat.
Veranstalter: Landeszentrale für politische Bildung RLP
Die Veranstaltungsorte für 25.4.21 und 13.6.21 bitte zeitnah unserer Homepage entnehmen.

Donnerstag, 22.4.21, 18:30 Uhr, 55116 Mainz, Landeszentrale für politische Bildung RLP, Am Kronberger Hof 6, Gerty-Spies-Saal (1. OG)
Die SchUM-Städte – Jerusalem am Rhein
Auf den Spuren einer Weltkultur
Filmgespräch mit dem Autor und Vertreter der Initiative des Antrages auf Weltkulturerbe zum Stand des Verfahrens

Mainz, Worms und Speyer gelten als „Jerusalem am Rhein“. Dort gab es im Mittelalter wichtige Talmudschulen, deren Gelehrte Verordnungen, Gebete und Klagelieder verfassten, die bis heute das aschkenasische Judentum prägen. „Von unseren Lehrern in Mainz, Worms und Speyer ist die Lehre ausgegangen für ganz Israel und darüber hinaus“, lobte ein Jerusalemer Rabbiner damals die Talmudschulen am Rhein. Ein Weltkulturerbe, das auf die Anerkennung durch die UNESCO wartet. In der ZDF-Dokumentation lassen Darmstädter Computer-Experten auf dem Bildschirm 3-D Rekonstruktionen früherer Synagogen in Speyer und Worms entstehen.
Veranstalter: Landeszentrale für politische Bildung RLP
Kooperationspartner: Deutsch-Israelische Gesellschaft, Arbeitsgemeinschaft Mainz

Mittwoch, 28.4.21, 19:00 Uhr
67059 Ludwigshafen, Stadtmuseum, Rathausplatz 20
Renato Mordo: jüdisch, griechisch, deutsch zugleich

Der 1894 geborene Regisseur Renato Mordo, derbis 1932 in Darmstadt wirkte, war einer der produktivsten und vielseitigsten Theaterkünstler der Weimarer Republik. Den Sohn eines jüdisch-griechischen Vaters und einer jüdischen Wienerin drängten antisemitische Anfeindungen 1932 zunächst ins Prager Exil. 1939 konnte er nach Griechenland ausreisen. In Athen konnte Mordo ein Engagement als Chefregisseur der in Gründung befindlichen Griechischen Staatsoper antreten. Während der deutschen Besetzung ins KZ Chaidari verschleppt, überlebte er nur aufgrund glücklicher Umstände. Nach weiteren Engagements in Ankara und Tel Aviv kehrte Renato Mordo 1952 als Oberspielleiter der Mainzer Oper nach Deutschland zurück. Der Kurator der Ausstellung in der Gedenkstätte KZ Osthofen, Torsten Israel, stellt Leben und Wirken des Opernregisseurs vor.
Veranstalter: Landeszentrale für politische Bildung RLP
Kooperationspartner: Stadtmuseum Ludwigshafen


Mittwoch, 28.4.21, 19:00 Uhr, 55116 Mainz, Landeszentrale für politische Bildung RLP, Am Kronberger Hof 6, Gerty-Spies-Saal (1. OG)
Erinnern und Vergessen – die Shoah im kulturellen Gedächtnis Deutschlands
Vortrag von Dr. Ines Linden-Kamuf

Im Mai 2005 wurde in Berlin das Denkmal für die ermordeten Juden Europas nach 18 Jahre langer Debatte eröffnet. Die Errichtung eines nationalen Denkmals drohte jedoch zuvor mehrmals an der Herausforderung zu scheitern, die Shoah in ihrer gegenwärtigen und zukünftigen Bedeutung festzuschreiben und ein gesamtdeutsches Gedächtnis zu konstruieren. Heute zählt das Stelenfeld zu den Top-Sehenswürdigkeiten Berlins. Doch was leistet es tatsächlich in der Auseinandersetzung mit der Vergangenheit? 
Veranstalter: Deutsch-Israelische Gesellschaft, Arbeitsgemeinschaft Mainz
Kooperationspartner: Landeszentrale für politische Bildung RLP


Donnerstag, 29.4.21, 19:00 Uhr Bitte entnehmen Sie aktuelle Informationen unserer Homepage
Koffer ein, Koffer aus… Jüdische Ab- und Zuwanderung in Deutschland nach 1945

Vortrag von Judith Kessler
Vor 1933 lebten über 600.000 Juden in Deutschland. Im Frühjahr 1945 waren es noch 14.000 Juden,
die als „U-Boote" versteckt oder in „Mischehen" dem Morden entgangen waren. Aus den befreiten
Konzentrationslagern kamen hauptsächlich osteuropäische Juden hinzu – 50.000 DPs, Displaced Persons, die als nicht repatriierbar galten. Mit den Ereignissen in der DDR 1953, Ungarn 1956, Polen
und Prag 1968 kamen neue jüdische Migranten. Die Einwanderungswellen vor 1990 führten jedoch kaum zu einer Vergrößerung der überalterten jüdischen Gemeinden. Das änderte sich ab 1989/90 mit dem Zuzug von Juden aus der Ex-Sowjetunion grundlegend. Damit änderte sich auch das Gefüge und die Ausrichtung(en) der Gemeinschaft. Und die bisherige Majorität in den Gemeinden wurde zur Minorität.
Veranstalter: Landeszentrale für politische Bildung RLP

Donnerstag, 29.4.21, 19:00 Uhr, 67574 Osthofen, Gedenkstätte KZ Osthofen, Ziegelhüttenweg 38
Renato Mordo: jüdisch, griechisch, deutsch zugleich
Vortrag von Torsten Israel

Der Kurator der Ausstellung in der Gedenkstätte KZ Osthofen, Torsten Israel, stellt in seinem Vortrag Stationen des Lebens von Renato Mordo vor. Er gibt Einblicke in das Schaffen dieses außergewöhnlich
produktiven, vielseitigen und kreativen Theater- und Opernregisseurs und spricht über die theater- und
kulturgeschichtliche Bedeutung und die Vielfalt des Nachlasses des Künstlers. Im Exil in Athen konnte
Mordo ein Engagement als Chefregisseur der 1940 in Gründung befindlichen Griechischen Staatsoper
antreten. Er nahm damit im kulturellen Leben der griechischen Hauptstadt sogleich eine prominente
Position ein. Während der deutschen Besetzung Griechenlands ins KZ Chaidari verschleppt, überlebte
er nur aufgrund glücklicher Umstände. Nach weiteren Engagements in Ankara und Tel Aviv kehrte Renato Mordo 1952 als Oberspielleiter der Mainzer Oper nach Deutschland zurück.
Veranstalter: Landeszentrale für politische Bildung RLP, Förderverein Projekt Osthofen e.V.

Mai

Montag, 3.5.21, 19:00 Uhr
Bitte entnehmen Sie aktuelle Informationen von unserer Homepage
Jewish Disneyland oder klesmerfreie Zone?

Wie sehen die kulturellen Orientierungen und das religiöse Selbstverständnis in Deutschland lebender
Juden heute aus? Gehen sie noch in die Synagoge, essen sie koscher, lassen sie ihre Kinder beschneiden, stehen sie auf Klesmermusik oder auf klesmerfreie Zonen? Unterscheiden sich die Orientierungen von russischen und deutschen, jungen und alten Juden? Finden wir „die Juden“ – wie die Berlintouristen – im so genannten Scheunenviertel oder findet jüdisches Leben andernorts statt? Kurz: Stimmen Klischees, Selbstdarstellung und Wirklichkeit überein?
Veranstalter: Landeszentrale für politische Bildung RLP

Montag, 3.5.21, 10:00 - 16:30 Uhr, 54290 Trier, Synagoge Trier, jüdischer Friedhof in der Weidegasse Trier
Jüdisches Leben in Trier vor und nach dem Krieg
Lehrerfortbildung

1957 wurde die neue Synagoge in Trier eingeweiht. Die Stadt Trier blickt auf eine lange jüdische Tradition zurück. Als älteste Beweise für Juden in Trier gelten ein Öllämpchen und eine Menora aus dem Jahr 350. Fast 800 Mitglieder zählte die Gemeinde noch 1938. Nach Holocaust und Krieg waren es nur noch 14. Im Rahmen der Fortbildung erhalten die Teilnehmer Einblicke in jüdisches Leben vor und nach dem Krieg. Auf dem Programm stehen ein Besuch der Synagoge und des alten jüdischen Friedhofes in Trier.
Veranstalter: Landeszentrale für politische Bildung RLP
Kooperationspartner: Jüdische Kultusgemeinde Trier, Pädagogisches Landesinstitut Speyer
Zielgruppe:

Lehrkräfte aller Schularten aus Rheinland-Pfalz, dem
Saarland und Luxemburg sowie Multiplikatoren/innen
für historisch-politische Erwachsenenbildung

Mittwoch, 5.5.21, 15:00 Uhr, 54290 Trier, Der alte jüdische Friedhof, Weidegasse
Der alte jüdische Friedhof in Trier
Besichtigung mit Peter Szmere

Besuch des im 17. Jahrhundert angelegten jüdischen Friedhofes, der bis 1922 belegt wurde. Zu den bedeutendsten Grabstätten zählen heute die der Vorfahren von Karl Marx.
Veranstalter: Landeszentrale für politische Bildung RLP

Donnerstag, 6.5.21, 18:00 Uhr, 56068 Koblenz, Landesbibliothekszentrum, Bahnhofplatz 14
Die Geschichte der Jüdischen Gemeinde Ehrenbreitstein im Spiegel ihres jüngst erschlossenen Memorbuchs
Vortrag und Diskussion mit Dr. Ulrich Offerhaus

Memorbücher sind eine seit dem 13. Jahrhundert bestehende Tradition des Totengedenkens. Eine weitere wichtige Funktion der Memorbücher war die Geschichte der Gemeinde für die Nachkommen zu erhalten und so finden sich in ihnen nicht nur die Namen der Verstorbenen, sondern auch besondere Ereignisse. Anhand des Memorbuches für die jüdische Gemeinde in der Residenzstadt Ehrenbreitstein lässt sich die Geschichte für einen Zeitraum von 1600 bis 1850 nachvollziehen.
Veranstalter: Landesbibliothekszentrum Koblenz
Kooperationspartner: Landeszentrale für politische Bildung RLP

Donnerstag, 6.5.21, 19:00 Uhr, 55118 Mainz, Gemeindesaal der Jüdischen, Gemeinde Mainz
Synagogenplatz 1
Das geistige jüdische Erbe von Speyer, Worms und Mainz
Mit Rabbiner Aharon Vernikovsky, Mainz / Dr. Susanne Urban, Geschäftsführerin des SchUMStädte- Vereins / Prof. Dr. Andreas Lehnardt, Johannes Gutenberg-Universität Mainz / Igal
Avidan, Journalist, Autor, Berlin – Moderation: Alfred Wittstock, Mainz
D
ie rabbinischen Vorschriften u.a. zu Rechten der Frauen, zum Scheidungsrecht, zum Briefgeheimnis
aus den SchUM-Gemeinden (aus Speyer = Schpira, Worms = Vormaisa und Mainz = Magenza), aber
auch bis heute gesagte Gebete waren bereits um das Jahr 1000 richtungsweisend für das europäische
Judentum. Sie machten diese Gemeinden und Städte zum Zentrum der Gelehrsamkeit, es zog daher Studierende aus ganz Europa an; in der Diskussion geht es daher auch um die geistige Hinterlassenschaft der SchUM-Gemeinden und ihre Wirkgeschichte.
Veranstalter: Deutsch-Israelische Gesellschaft, Arbeitsgemeinschaft Mainz
Kooperationspartner: Landeszentrale für politische Bildung RLP 


Sonntag, 9.5.21, 11:00 Uhr, 67480 Edenkoben, Künstlerhaus Edenkoben, Klosterstraße 181
Lyrik und Musik im Dialog
Matinee mit Jo Frankund Peter Tilling

Lyrik und Musik im Dialog – mehrsprachige Wortkunst trifft auf musikalische Virtuosität Matinee mit Jo Frank (Lyriker, Verleger, Aktivist) und Peter Tilling (Cellist, Dirigent, Komponist)
Veranstalter: Landeszentrale für politische Bildung RLP
Kooperationspartner: Künstlerhaus Edenkoben und Verein „Kreativ für Menschenrechte e.V.“


Dienstag, 11.5.21, 18:30 Uhr, 55116 Mainz, Landeszentrale für politische Bildung RLP, Am Kronberger Hof 6, Gerty-Spies-Saal (1. OG)
Im Himmel, unter der Erde
Dokumentarfilm von Britta Wauer

Der Film von Britta Wauer erzählt Geschichten rund um den Jüdischen Friedhof Berlin-Weißensee, der
seit 1880 besteht, seitdem ununterbrochen in Benutzung war und heute der größte jüdische Friedhof
Europas ist. Es ist der dritte Friedhof, der von der Jüdischen Gemeinde Berlins angelegt wurde.
Der Film gibt Einblick in Traditionen, die mit dem Friedhof verknüpft sind. Einer, der im Film zu Wort kommt, ist Harry Kindermann, der spätere Geschäftsführer der jüdischen Kultusgemeinde der Rheinpfalz.
Veranstalter: Landeszentrale für politische Bildung RLP

Sonntag, 16.5.21, 11:00 Uhr, 67574 Osthofen, Gedenkstätte KZ Osthofen, Ziegelhüttenweg 38
Szenische Lesung aus dem Stück „Chaidari“ von Renato Mordo
Lesung zur Ausstellung „Renato Mordo: jüdisch, griechisch, deutsch zugleich“

Henning Kohne vom Pfalztheater Kaiserslautern liest aus dem zweifellos wichtigsten (Selbst)Zeugnis
Renato Mordos, aus seinem Stück über das Konzentrationslager Chaidari. Renato Mordo wurde 1944
wegen seiner jüdischen Abstammung in das KZ in Athen gebracht, um ihn in ein Vernichtungslager in
Osteuropa weiter zu deportieren, was aber nicht mehr möglich war. Das Theaterstück „Chaidari“ von
Renato Mordo gibt tiefe Einblicke in die deutsche Besatzung Griechenlands 1941-1944. Das bislang
unveröffentlichte Werk, das die Grausamkeit des nationalsozialistischen Unterdrückungsapparates,
aber auch die Unbeugsamkeit der Gefangenen in singulärer Weise verdeutlicht, geht auf seinen persönlichen Leidensweg als Häftling zurück. Schriftliche Voranmeldung und Zusage durch die Gedenkstätte sind zur Teilnahme erforderlich.
Veranstalter: Landeszentrale für politische Bildung RLP, Förderverein Projekt Osthofen e.V.

Mittwoch, 19.5.21, 55116 Mainz, Landeszentrale für politische Bildung RLP, Am Kronberger Hof 6 Gerty-Spies-Saal (1. OG)
Aus den SchUM-Städten ins östliche Europa. Wege der Aschkenasim im europäischen Mittelalter
Vortrag von PD Dr. Tobias Weger

Nach den hebräischen Anfangsbuchstaben werden Speyer, Worms und Mainz als „SchUM-Städte"
bezeichnet – alle drei waren im Hochmittelalter bedeutende Zentren jüdischer Kultur und Geschichte
im Heiligen Römischen Reich. Die Mitglieder der jüdischen Gemeinden waren wiederholt Verfolgungen
und gewaltsamen Akten ausgesetzt. Viele aschkenasische Juden aus dem Rheingebiet wählten daraufhin den Weg ins östliche Europa, etwa in die Böhmischen Länder oder nach Polen.
Veranstalter: Landeszentrale für politische Bildung RLP

Donnerstag, 27.5.21, 8:45 Uhr, 56068 Koblenz, Volkshochschule Koblenz, Hoevelstraße 6
Regionalhistorische Exkursion nach Niederzissen

Die Tagesexkursion führt zu einer ehem. kleinen Landsynagoge, deren Genisa-Funde von großer Bedeutung für die Erforschung jüdischen Lebens sind. Heute ist die ehem. Synagoge eine Erinnerungs- und Begegnungsstätte und besitzt ein überregional viel beachtetes jüdisches Museum. Für die Exkursion ist ein Betrag bei der VHS Koblenz zu entrichten.
Veranstalter: Volkshochschule Koblenz
Kooperationspartner: Landeszentrale für politische Bildung RLP

Mai 2021, Bitte entnehmen Sie aktuelle Informationen unserer Homepage
67434 Hambach, Hambacher Schloss
Jüdisches Denken im 20. Jahrhundert: Hannah Arendt

Die Freiheit, frei zu sein.
Zeitgenössische, musikalische Zwischenstücke: Peter Tilling
Veranstalter: Landeszentrale für politische Bildung RLP
Kooperationspartner: Kreativ für Menschenrechte e.V.

Juni

Dienstag, 1.6.21, 19:00 Uhr, 55116 Mainz, Landeszentrale für politische Bildung RLP, Am Kronberger Hof 6, Gerty-Spies-Saal (1. OG)
Von Mainz am Rhein nach Jerusalem – frühe Zionisten aus Mainz

Vortrag von Alfred Wittstock
Mit der Entstehung der Idee einer Rückkehr ins biblische Land vereinten sich im „Zionismus“ in der
politisch virulenten Zeit des 19. Jahrhunderts bei genauerer Betrachtung viele Strömungen. Auch die
jüdische Gemeinschaft in Mainz diskutierte, wenn auch die „Zionisten“, also diejenigen, die für eine
Rückkehr nach Palästina plädierten in der Minderheit waren; doch sie hinterließen Zeugnisse, die erhalten
blieben und Licht werfen auf die Vielfalt jüdischen Lebens hier.
Veranstalter: Deutsch-Israelische Gesellschaft, Arbeitsgemeinschaft Mainz
Kooperationspartner: Landeszentrale für politische Bildung RLP

Vortrag von Alex Elsohn
Dienstag, 8.6.21, 18:30 Uhr, 67061 Ludwigshafen, Ernst-Bloch-Zentrum, Walzmühlstraße 63

Zwischen Berlin und Tel Aviv – ein Wanderer zwischen den Welten
Vortrag von Alex Elsohn

Ganz Deutschland reizt junge Menschen aus der ganzen Welt. Sogar und gerade Jüdinnen und Juden,
und das 80 Jahre nach dem Holocaust. Alex Elsohn ist als Schweizer in seiner Jugend nach Israel ausgewandert, jetzt hat er ein Unternehmen in Berlin aufgebaut und kann sich seinen Lebensabend in Mainz vorstellen. Was treibt ihn an, wie erlebt er den zunehmenden Antisemitismus im Land?
Veranstalter: Landeszentrale für politische Bildung RLP

Donnerstag, 10.6.21, 18:00 Uhr, 56068 Koblenz, Landesbibliothekszentrum, Bahnhofplatz 14
Die Geschichte der Jüdischen Gemeinde Koblenz im Spiegel ihres Memorbuchs
Vortrag und Diskussion mit Dr. Ulrich Offerhaus

Nachdem im Vormonat Dr. Offerhaus das Memorbuch für die Residenzstadt Ehrenbreitstein vorgestellt hat, folgt das Memorbuch für die jüdische Gemeinde in Koblenz, welches ebenfalls die Geschichte der Gemeinde für einen Zeitraum von 1600 bis 1850 nachvollziehen lässt.
Veranstalter: Landesbibliothekszentrum Koblenz
Kooperationspartner: Landeszentrale für politische Bildung RLP

Ein historischer Spaziergang
Freitag, 11.6.21, 15:30 Uhr, 76831 Billigheim-Ingenheim, Hauptstraße 17, ehemaliger Synagogenstandort.  Treffpunkt: An der Synagogengedenktafel
Spurensuche – die jüdische Geschichte Ingenheims
Mit den Referenten Ralf Piepenbrink und Bernhard Kukatzki

Das südpfälzische Ingenheim war im 19.Jahrhundert
das Dorf mit dem höchsten jüdischen Bevölkerungsanteil
im heutigen Rheinland-Pfalz. Die Synagoge im
neo-orientalischen Stil war Vorbild für viele andere
Synagogenbauten weltweit. Für ein paar Jahre hatte
das Dorf sogar einen jüdischen Bürgermeister. Die
Führung gibt einen Einblick in das Leben der Dorfjuden,
die um 1850 ein Drittel der Ortsbevölkerung
stellten.

Ausstellung
Dienstag 15.6.21, 18:00 Uhr bis Mittwoch, 16.7.21, 18:00 Uhr ,Landtag Rheinland-Pfalz

Renato Mordo: jüdisch, griechisch, deutsch zugleich
Ein Künstlerleben im Zeitalter der Extreme

Die Ausstellung zeigt Stationen im Leben des Theater- und Opernregisseurs Renato Mordo, der Ende 1932 Deutschland verließ. Erste Station war Prag, 1939 floh er nach Griechenland. Dort war er Mitbegründer der Griechischen Nationaloper in Athen. Er überlebte das KZ Chaidari und verfasste dazu ein Theaterstück. Bevor er 1952 bis 1955 Leiter der Mainzer Oper war, arbeitete er nach dem Krieg
an Theatern in Ankara und Tel Aviv. Die Ausstellung zeigt die katastrophalen Auswirkungen der deutschen Besatzung Griechenlands. Schirmherr der Ausstellung ist der Präsident des Landtags Rheinland- Pfalz, Hendrik Hering.
Veranstalter: Landtag Rheinland-Pfalz, Landeszentrale für politische Bildung RLP

Exkursion
Donnerstag, 17.6.21, 8:00 Uhr, Treffpunkt bitte zeitnah unserer Homepage entnehmen
Die SchUM-Städte Speyer, Worms und Mainz

Die Tagesexkursion führt zu den wichtigsten jüdischen Einrichtungen in den SchUM-Städten entlang des Rheins: Speyer, Worms und Mainz. Mit Führungen und Gesprächen mit Vertretern vor Ort. Für die Busfahrt ist ein Betrag von 15,- € zu entrichten.
Veranstalter: Landeszentrale für politische Bildung RLP, Freundschaftskreis Koblenz – Petah Tikva

Dokumentarfilm mit anschließendem Autorengespräch
Donnerstag, 17.6.21, 18:30 Uhr, 55116 Mainz, Landeszentrale für politische Bildung RLP, Am Kronberger Hof 6, Gerty-Spies-Saal (1. OG)
Spitzel in der Synagoge - Die DDR und die Juden
Ein ZDF-Film von Dietmar Schulz

Die Stasi hatte sie ständig unter Kontrolle. In ihren Synagogen saßen Spitzel unter den Betenden, in ihren Gemeinden arbeiteten sogenannte Informelle Mitarbeiter der Staatssicherheit. Die Juden in der DDR waren der SED besonders suspekt, weil sie u.a. Sympathie für Israel äußerten und vielfach Kontakte ins Ausland hatten. Die Dokumentation von Dietmar Schulz zeigt anhand von Stasi-Akten und anderen zuvor nicht bekannten Unterlagen sowie zahlreichen Interviews, wie die SED die Überlebenden des Holocaust kontrollierte und drangsalierte.
Veranstalter: Landeszentrale für politische Bildung RLP
Kooperationspartner: Deutsch-Israelische Gesellschaft, Arbeitsgemeinschaft

Mittwoch, 23.6.21, 19:00 Uhr Der Veranstaltungsort wird rechtzeitig bekanntgegeben
„Ein Erlebnis von äußerster Zerbrechlichkeit“
Jüdische Remigration nach Deutschland in den Nachkriegsjahren
Vortrag von Prof. Dr. Marita Krauss

Eine Rückkehr nach dem Ende der NS-Herrschaft erlebten Emigrant/innen jüdischer Herkunft oder
Konfession meist mit höchst zwiespältigen Gefühlen: Glück über den Wiedergewinn des Landes der Kindheit und der eigenen Sprache, Angst und Abscheu vor der Begegnung mit den Verfolgern, mit altem
und neuem Antisemitismus. Einige kamen mit den westalliierten Armeen, andere kehrten als Politiker/
innen, Theaterschaffende oder Schriftsteller/innen im Laufe der 1950er Jahre zurück. Für die meisten war der Entschluss zur Rückkehr und der Wiederbeginn in Deutschland nicht einfach, er war der Beginn eines neuen Abschnitts lebenslanger Migration. Der Vortrag bietet eine passende thematische Vertiefung zur Ausstellung „Renato Mordo“, die zeitgleich in Mainz gezeigt wird.
Veranstalter: Landeszentrale für politische Bildung RLP

 

Veranstaltungen in Planung

Dokumentarfilm und anschließendes Filmgespräch mit Zara Rudow 2021
Termin und Ort der Veranstaltung werden rechtzeitig bekannt gegeben
Über Geschichte stolpern. Steine der Erinnerung an die Opfer der NS-Zeit in Mainz

Im Rahmen ihrer Bachelorarbeit im Fach Kulturanthropologie an der Universität Mainz hat sich die Studentin Zara Rudow mit dem Stolperstein-Projekt von Gunter Demnig auseinandergesetzt. Dazu hat sie sich auf Spurensuche in der Stadt Mainz begeben und die Stolpersteinverlegung für die Familie Epstein in der Bahnhofstraße in den Blick genommen. Die Ergebnisse ihrer Nachforschungen hat sie in einem 15-minütigen Film zusammengefasst, in dem sie Hintergrundinformationen und aktuelle Meinungen zu dem bemerkenswerten „Kunstprojekt“ präsentiert. Die Aufnahmen entstanden 2018 und werden erstmals im Rahmen der Veranstaltung öffentlich gezeigt. Der Film erscheint 2020/21 als DVD in der Reihe „Dokumentarfilme aus der Mainzer Kulturanthropologie/Volkskunde 3“. Anschließend an die Vorführung wird die Filmautorin mit Projektbeteiligten über ihre Arbeit diskutieren und steht dem Publikum für Fragen zur Verfügung.
Veranstalter: Landeszentrale für politische Bildung RLP
Kooperationspartner: Gesellschaft für Volkskunde in Rheinland-Pfalz e.V.

Lesung und Gespräch voraussichtlich Februar / März 2021, 55116 Mainz, Kakadu Bar des Staatstheaters Mainz
„Justin Steinfeld: Ein Mann liest Zeitung“

Mit dem Autor und Herausgeber Justin Steinfeld Der autobiografisch geprägte Roman von Justin
Steinfeld „Ein Mann liest Zeitung“ erzählt die Geschichte des jüdischen Kaufmanns Leonhard Glanz
aus Hamburg. Im Exil in der Tschechoslowakei zur Untätigkeit verdammt, verbringt er die Zeit in Prager
Kaffeehäusern mit Zeitunglesen. Er verfolgt das politische Geschehen in der Presse, und doch kann er
sein eigenes Schicksal nicht begreifen. Erinnerungen an ein verlorenes Leben, Beobachtungen auf der
Straße und Gedanken über das Gelesene, die oft in die Vergangenheit weisen, verbinden sich zu einem
dichten Panorama der dreißiger Jahre.
Veranstalter: Staatstheater Mainz
Kooperationspartner: Landeszentrale für politische Bildung RLP