„Flucht, Vertreibung, Exil – historische und aktuelle Perspektiven“

Politisch, ethnisch und religiös begründete Zwangsmigrationen in Europa und darüber hinaus prägten nicht nur das 20. Jahrhundert wie keines zuvor, sondern setzen sich bis in unsere unmittelbare Gegenwart fort. Der Krieg in der Ukraine führt uns die Ambivalenzen, d.h. das gleichzeitige Bestehen von Bleiben und Gehen, von Integration und Hoffnung auf Rückkehr, aber auch von Solidarität und Abwehr vor Augen. Hinter all dem stehen individuelle Schicksale, werden Geschlechter- und Generationenrollen aufgebrochen, steht die Geschichte von Verlusten unterschiedlichster Art.

Die Erinnerung an das erzwungene Exil von Jüdinnen und Juden sowie anderer im Nationalsozialismus Verfolgter bleibt für die Gesellschaft und Demokratie in Deutschland von größter Bedeutung. Auch die Vertreibung aus den ehemaligen deutschen oder deutsch besiedelten Gebieten im östlichen Europa als Folge des Zweiten Weltkrieges hatte nicht nur eine Bedeutung für die Politik der Bundesrepublik Deutschland, sondern prägte Generationen. Daran heute im Angesicht der Erfahrungen mit Geflüchteten aus Syrien und aktuell des Kriegs gegen die Ukraine mit den Folgen Flucht und Vertreibung zu erinnern, ist eine Aufgabe der politischen Bildung.

Veranstaltungsüberblick

September

Donnerstag, 1.9.2022, 20.00 Uhr, Einlass 19.00 Uhr, Stadtpark Osthofen (bei schlechtem Wetter Wonnegauhalle)
Chawwerusch-Theater: Donaukinder. Eine rumäniendeutsche Geschichte
In „Donaukinder“ geht es um die Schicksale und die Beweggründe der Banater Schwaben, die nach dem Zweiten Weltkrieg zurück in die „alte Heimat“ Deutschland flohen oder später dem Ceaușescu-Regime "abgekauft" wurden. Einige von Ihnen kamen durch das ehemalige Landesdurchgangswohnheim in Osthofen nach Rheinland-Pfalz.

Veranstalter: Stadt Osthofen
Kooperationspartner: Landeszentrale für politische Bildung RLP


Sonntag, 11.9.2022, 17.30 Uhr, Stadtmuseum Kaiserslautern, Steinstraße 48, 67657 Kaiserslautern
"Ostwind - Musik in der Diktatur" Konzert im Stil eines Radiofeatures
Mit Katja Zakotnik (Cello) und Naila Alvarenga (Klavier), Stefan Horlitz (Moderation), Gast: Jutta Glaser, Jazzsängerin

Wie kann man in Lebensgefahr künstlerische Freiräume erobern und erhalten? Wie komponiert man unter Verfolgung, das Damoklesschwert des Dekadenzvorwurfes über dem Kopf, wenn von Kunstfreiheit gar keine Rede sein kann? Und welche Rolle spielen dabei Lieder?
In diesem Konzert wird deutlich, dass auch die Übermacht autoritärer Staaten die verbindenden Brücken, die Musik baut, nicht zerstören kann.

Veranstalter: Zakotnik Konzertdirektion gUG
Kooperationspartner: Landeszentrale für politische Bildung RLP, Kultursommer Rheinland-Pfalz, Lotto Rheinland-Pfalz-Stiftung


Dienstag, 13.9.2022, 19.00 Uhr, Institut Français, Schillerstraße 11, 55116 Mainz
„Reparationen im Dreieck Algerien, Frankreich, Deutschland“
Gespräch und Lesung mit Claus Leggewie und Donata Kinzelbach

Der Politikwissenschaftler Claus Leggewie skizziert in seinem Buch „Reparationen im Dreieck Algerien, Frankreich, Deutschland“ den Weg Algeriens von der Kolonialzeit über die Unabhängigkeit vor 60 Jahren bis heute, besonders im Dreiecksverhältnis Algerien-Frankreich-Deutschland. Darüber spricht und diskutiert die Verlegerin und Expertin des Maghreb Donata Kinzelbach mit dem Autor und dem Publikum.

Veranstalter: Landeszentrale für politische Bildung RLP, Institut Français


Samstag, 24.9.2022, 19.00 Uhr, Kultur-Kapelle Limburgerhof
"Ostwind, wohin wehst Du die Musik?" Konzert im Stil eines Radiofeatures
Mit Katja Zakotnik (Cello) und Naila Alvarenga (Klavier), Stefan Horlitz (Moderation)

Der Ostwind weht Komponist:innen seit Jahrhunderten in andere Länder: Böhmische Klänge finden sich in Schweden wieder, in Österreich oder in Amerika. Polnische Künstler:innen landeten in Paris, in Finnland oder in Italien. In der Musik dieses Konzert spürt man den Geist der Freiheit, man hört die Reiselust und die kulturellen Neugier.

Veranstalter: Zakotnik Konzertdirektion gUG
Kooperationspartner: Landeszentrale für politische Bildung RLP, Kultursommer Rheinland-Pfalz, Lotto Rheinland-Pfalz-Stiftung


Mittwoch, 28.9.2022, 18.30 Uhr, Landeszentrale für politische Bildung, Am Kronberger Hof 6, 55116 Mainz, Gerty-Spies-Saal
Schulter an Schulter. Polen, die Ukraine und Russlands Krieg
Vortrag und Diskussion mit Prof. Dr. Peter Oliver Loew

Nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine hat Polen mit der NATO und zusammen mit den anderen EU-Staaten den völkerrechtswidrigen Angriff verurteilt und Unterstützung angeboten. Die Politik in Polen zeigte sich solidarisch mit der Ukraine. Prof. Dr. Peter Oliver Loew, Direktor des Deutschen Polen-Instituts, erklärt die Politik und die Haltung Polens zur Ukraine und zum Ukraine-Krieg.

Veranstalter: Landeszentrale für politische Bildung RLP


Donnerstag, 29.9.2022, 18.00 Uhr,  Demokratietag, WBZ Ingelheim, Fridtjof-Nansen-Platz 3,55218 Ingelheim am Rhein
Geschichten des Ankommens. Perspektiven auf Migration und Integration seit 1945

Bei der Aufnahme von Flüchtlingen liegen Analogien und Assoziationen zu ähnlichen Erfahrungen in der Vergangenheit stets nah. Die Migrationsforscherin Marita Krauss differenziert dieses Bild zunächst aus der historischen Perspektive. Im Anschluss kommen drei Menschen, die in den Jahren 1945, 1993 und 2015 in Deutschland angekommen sind, auf dem Podium miteinander sowie mit Minister Alexander Schweitzer ins Gespräch

Veranstalter: AG Erwachsenenbildung im Bündnis Demokratie gewinnt
Kooperationspartner: Landeszentrale für politische Bildung RLP

Ansprechpartnerin

Dr. Sarah Scholl-Schneider

E-Mail: sarah.scholl-schneider@remove-this.politische-bildung-rlp.de

06131 - 16 29 82

Ansprechpartner

Rainer Ullrich

E-Mail: rainer.ullrich@remove-this.politische-bildung-rlp.de

06131 - 16 29 77

Ansprechpartner

Johannes Klomann

E-Mail: Johannes.Klomann@remove-this.politische-bildung-rlp.de

06131 16 41 09